August 2020

Staudämme in Hindang fertig gebaut

Auf den Philippinen geht die Arbeit weiter. Der Bau der zwei kleinen Staudämme auf der Fläche in Hindang konnte abgeschlossen werden. Die Dämme liegen im unteren Drittel eines bislang in der Regel trockenen Tales. Die Nutzung und Aufwertung des Geländes in Bezug auf Biodiversität hängen stark mit der Wasserverfügbarkeit zusammen. Die Staudämme halten nun das über die Fläche ablaufende Niederschlagswasser in zwei kleinen Seen zurück und schaffen so einen ganz neuen Lebensraum für Tiere und Pflanzen, die dauerhaft Wasser benötigen. Zudem wird die Versickerung auf dem Gelände gefördert, was dem Grundwasserspiegel zugute kommt.

Unsere bisherige Stipendiatin und nun neue FTI-Mitarbeiterin Mary Joy hat einen Großteil der Organisation des Baus übernommen. Für die Durchführung war Lino, von FTI verantwortlich. Auch von der Visayas State University erhielten wir durch fachlichen Input wieder große Unterstützung.


April 2020

Corona trifft die ganze Welt - auch die Philippinen

wir alle sind in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und versuchen, achtsam im Umgang miteinander das Beste aus der Krise zu machen. Auch auf den Philippinen sind die Menschen angehalten, zu Hause zu bleiben. Die Quarantäne wird von Militär und Polizei kontrolliert, denn die Regierung fürchtet eine völlige Überforderung des sowieso schon schwachen Gesundheitssystems. Denn hier herrscht paradoxerweise Personalmangel, dabei werden auf den Philippinen weltweit pro Kopf am meisten Pflegekräfte ausgebildet. Doch diese arbeiten wie fast 10% der Gesamtbevölkerung in reicheren Ländern, um ihre Angehörigen auf den Philippinen zu versorgen.

Ausgangssperren haben in Ländern wie den Philippinen besonders fatale Auswirkungen - vor allem für Menschen, die keine Vorräte und Ersparnisse haben. Unzählige Eltern verlieren gerade ihr geringes Einkommen und wissen nicht, wie sie ihre Kinder versorgen können. Komplette Isolation bringt häufig direkte existenzielle Nöte mit sich. Taxifahrer*innen, Straßenverkäufer*innen, Restaurantbetreiber*innen und auch die Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderung Schulmöbel herstellen - so viele sind abhängig vom öffentlichen Leben. Vorallem in Metro Manila bahnt sich allein durch die Ausgangssperren, die eine Verbreitung von COVID-19 verhindern sollen, eine humanitäre Katastrophe an. Hier leben über 13 Millionen Menschen dicht an dicht und sind abhängig von ihrer Arbeit, um Nahrungsmittel und z.B. lebenswichtige Arznei kaufen zu können.

Die Lage in Manila bereitet uns große Sorgen. Auch unsere Partnerstiftung FTI befindet sich dort. Sie hat für uns eine Schlüsselfunktion, in dem sie die Projekte auf den Philippinen steuert und koordiniert. Ihre kompetenten Mitarbeiter*innen, leben mit ihren Familien in Manila. Sie sind, wie alle anderen auch, durch die Ausgangssperre angehalten zuhause zu bleiben und gehören teilweise durch ihre Behinderung auch zur Risikogruppe für COVID-19. Die Einkommensquellen der Angehörigen versiegen und die Lebensmittelpreise steigen. Um sie in ihrer akuten Not zu unterstützen, haben wir von Life-Giving Forest e.V. beschlossen mit einer Soforthilfe von 4000 Euro Hilfe zu leisten. Inwieweit, und vor allem wie lange direkte finanzielle Unterstützung in dieser Krise notwendig sein wird, lässt sich momentan  nur schwer abschätzen.

 

Krisen können auch Chancen mit sich bringen. Selbstversorgung gibt Sicherheit.

In den Projekten in Cateel, Pulak und Hindang können die Kooperativen nahezu wie bisher arbeiten, trotz der Einschränkungen in Mobilität und Zugang zu öffentlichen Orten. Innerhalb der Städte und Orte können sich die Menschen noch frei bewegen. Wie sich das weiterentwickelt, müssen wir wohl abwarten. Eines ermutigt uns in dieser Krise: das Konzept unserer Projektzusammenarbeit scheint zu funktionieren. Die Weitsicht und Nachhaltigkeit der Ansätze trägt durch schwere Zeiten.

An drei unserer Projektstandorte ist die ökologische Landwirtschaft, neben dem entstehenden Wald, inzwischen ein wesentlicher Bestandteil. So auch in dem Projekt in Cateel bei der Kooperative CTPC (Cateel These-Abled Persons Producers Cooperative) auf Mindanao. Die Gruppe ist nicht angewiesen auf chemischen Dünger, der in Läden in der nächsten Stadt gekauft werden müsste, sondern ist in gewisser Weise autonom in ihrer Bewirtschaftung. Der Brunnen gibt Wasser und so können die Auberginenpflanzen (auf dem Bild) gut wachsen, geerntet und verkauft – oder in diesen Zeiten für den Eigenbedarf genutzt werden.

Wir arbeiten weiterhin mit voller Kraft daran, Menschen mit Vision und Tatendrang zu fördern, Netzwerke zu bilden und Agroforst zu pflanzen. Es ist sehr wichtig, diese Arbeit weiter aufrecht zu erhalten und trotz herausfordernder Umstände diesen Weg zu gehen. Gemeinsam werden wir alles versuchen, damit unsere Partner*innen wohlbehalten durch die Krise kommen. Wir sind mit unseren Projektpartner*innen auf den Philippinen in engem Austausch und bereiten uns auf das Kommende vor. Danke für euer Engagement und eure so wichtige Unterstützung - sie kommt an!

Lasst uns weiterhin gemeinsam neue Wege des Miteinanders einschlagen. Für unser Klima, für einen respektvollen Umgang mit unserer Umwelt und für unsere Mitmenschen auf der ganzen Welt. Vor allem für die Menschen, die z.B. durch Behinderung und Besitzlosigkeit besonders schweren Herausforderungen gegenüberstehen. 



März 2020

Zusammenfassung der Studienergebnisse unserer Stipendiatin Mary Joy Anania

Biomasse und Kohlenstoffspeicher in Totholz in einem Sekundärwald im Tiefland in Baybay City, Leyte

Zusammenfassung/Fazit von Joys Abschlussarbeit: (von ihr verfasst, übersetzt aus dem Englischen von Annika Hertel)

Um meinen Bachelor Abschluss als staatlich anerkannte Försterin zu erhalten, habe ich meine Abschlussarbeit über Biomasse und Kohlenstoffspeicher in Totholz in einem Sekundärwald im Tiefland in Baybay City, Leyte, geschrieben. Dafür habe ich viele Informationen gesammelt und selbst Forschungen angestellt. Diese Studie wurde gemeinsam mit meiner Universität VSU (Visayas State University) auf deren CO2-Ausgleichsflächen durchgeführt. Dafür waren wir in einem Sekundärwald im Tiefland von Baybay, der der VSU gehört und den sie selbst aufgeforstet hat. Das Ziel meiner Studie war es, den Biomasse- und Kohlenstoffvorrat in Totholz in diesem Wald zu ermitteln. Mit einer Gruppe Bachelor-Studierender habe ich hierfür viele Daten im Feld gesammelt. Ihre Abschlussarbeiten handelten von den Biomasse- und Kohlenstoffvorräten im ‚lebendigen, überirdischen Wald‘, im Boden, in der Laub- und Streuschicht und in den Feinwurzeln.

In Totholz ist Kohlenstoff gespeichert, was im Kampf gegen den Klimawandel relevant ist. Darüber hinaus ist Totholz ein wichtiger Lebensraum für viele Organismen – so auch für Baumsamen und heranwachsende Setzlinge. Außerdem speichert Totholz Nährstoffe und Wasser und gibt diese nach und nach wieder ab, was wichtig für den Nährstoff- und Wasserkreislauf ist.

Die Ergebnisse meiner Studie ergaben, dass die Biomasse von Totholz in diesem Wald 16.39 t/ha beträgt. Das entspricht etwa 10% des gesamten überirdischen Kohlenstoffs – was einen signifikanten Anteil darstellt. Insgesamt war Totholz der drittgrößte und damit drittwichtigste Anteil des Kohlenstoffspeichers in diesem Sekundärwald.

Die fortwirtschaftliche Nutzung des Waldes, wie die Entnahme einzelner Bäume oder die Rodung einzelner Teile des Waldes für eine andere Landnutzung, weisen auf eine Störung des Standorts hin, die die Biomasse und den Kohlenstoffvorrat in Totholz negativ beeinflusst hat.

Die abschließenden Ergebnisse der Studierendengruppe ergab folgende Werte:

Angegeben ist der Kohlenstoffanteil in seiner relativen Angabe:

  • Boden (0-100cm Tiefe) = 76%
  • Lebende Bäume (>10 cm Durchmesser = 17%
  • Totholz = 5%
  • Wurzelwerk = 1%
  • Laub- und Streuschicht = 1%

Februar 2020

For nature and people, we are loud!

Bei einer traditionellen Weihnachtsfeier auf den Philippinen darf eines nicht fehlen: verrückte Tänze, Musik bis zum Umfallen und kleine Beiträge. Dabei entstand dieses LGF-Gedicht, dass Marta und Annika gemeinsam verfassten und vortrugen:

So what’s our poem all about?
It’s about our purpose to be loud!
In advocating for Mother Nature and persons with disabilities
That’s why we start our activities.

It started in SAFRA with planting trees
For all the people and their carpentry
Planting different native trees in upland and in swampy area
Now, after 8 years, the birds living there are the seeds carrier
It’s now a forest, we are proud!
For nature and people, we are loud!

The wind of Pablo carried us to Cateel
We were looking for people, some said yes we will
Plant some trees and plant in between
The result after 5 years can now be seen
It’s an agroforest, we are proud!
For nature and people, we are loud! 

The waves of Yolanda destroyed everything
The people needed houses to live in
Now, after 3 years they send us pictures of the harvest of eggplant and more
Nothing is like it was before
It’s now Tierra Esperanza, we are proud!
For nature and people, we are loud!

3 hectares in Hindang were waiting for us
There were only bushes, dry soil and a lot of grass
Planting trees and Terra Preta are solutions to those challenges
And we are excited what will come next
Now, after 2 years, it’s already a biodiverse farm, we are proud!
For nature and people, we are loud!

With Marta, the mother of those little children
With Joy, the forester, whose journey just begins
With LGF, a group of young people who fight climate change 
With FTI and all the experience that is there
With a heart for the people and our Mother Nature
Together, we are strong, and we are proud!
For nature and people, we are loud!

                  No one can stop us!

                  Let’s plant more trees!

Januar 2020

Nachwuchs in Hindang

Seit letztem Sommer gibt es in Hindang Ziegen und einen Bock. Das die Ziegen schwanger sind haben wir schon ein Stück weiter unten Berichtet. Jetzt die frohe Botschaft: Es sind drei gesunde, putzmuntere Ziegenbabys geboren worden. Das Leben trotzt den Stürmen der letzten Zeit!


Dezember 2019

Die sturmsicheren Häuser in Pulak bieten Schutz

Für die Bewohner*innen der Inseln Leyte und Samar war Heilig Abend 2019 keine friedliche und besinnliche Zeit. Der Taifun Phanfone (auf den Philippinen Ursula genannt) traf dort am Nachmittag des 24. Dezember auf Land. Mit bis zu 195 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit richtete der Zyklon schwere Schäden an – zahlreiche Häuser wurden zerstört, der Verkehr lahmgelegt, Stromverbindungen unterbrochen und Menschen von der Infrastruktur abgeschnitten. Mindestens 17 Menschen kamen ums Leben.  Erst wenige Wochen zuvor hatte der Taifun Kammuri (auf den Philippinen Tisoy genannt) ähnliche Schäden verursacht und ebenso mindestens 17 Todesopfer gefordert. Leider liegen die Philippinen in einer geografischen Lage, in der Naturkatastrophen häufig und oft verheerend sind.

Zentausende Menschen mussten aufgrund des Taifuns Phanfone ihre Häuser verlassen und verbrachten Weihnachten in Notunterkünften. Zu einsturzgefährdet sind die leicht gebauten Häuser aus Bambus, Holz oder Blech. Dagegen sind die sturmsicheren Häuser in der Dorfgemeinschaft ‚Tierra Esperanza‘ standhaft gegen solche starken Winde. 2014 ermöglichte Life-Giving Forest e.V. in Zusammenarbeit mit weiteren Organisationen den Kauf einer Fläche in Pulak (Leyte) – als Reaktion auf den verheerenden Taifun Haiyan im Jahr 2013 (auf den Philippinen Yolanda genannt). Auf dieser Fläche wurden 45 sturmsichere Wohnhäuser, sowie drei Gemeinschaftsgebäude gebaut. Familien mit einem oder mehreren Familienmitgliedern mit Behinderung, fanden hierin ein neues Zuhause. Nun war der Schutz dieser Häuser für die Menschen direkt spürbar. Keine der Familien kam zu Schaden. Nach Phanfone bleibt nur ein großer Schreck, einige Tage kein Strom und verwüstete Vorgärten oder Anbauten. Der fest gebaute Kern der sturmsicheren Häuser hat den Winden, umherfliegenden Gegenständen, starken Regenschauern und herunterfallenden Dachkonstruktionen standgehalten. Wir von Life-Giving Forest e.V. sind dankbar dafür und spüren, welche Veränderungen auch durch unser Engagement möglich sind.


Dezember 2019

Kaffee und Kerzen aus Cateel

Der Agroforst in Cateel bringt nach und nach mehr Erträge. Neben verschiedensten Früchten, wie Marang und Durian, konnte 2019 das zweite Jahr Kaffee geerntet werden. Die Ernte nimmt nun jedes Jahr zu. Der Kaffee wird von der Gruppe selber getrocknet und geröstet. Für das neue Jahr wird ein kleines Café in den Räumlichkeiten des Office geplant, in dem der eigene Kaffee serviert werden kann. Eine Besonderheit neben dem sonst täglich getrunkenen Instantkaffee. Auch das angepflanzte Zitronellagras wird geerntet, das Öl herausdestilliert und zur Verarbeitung von duftenden Kerzen verwendet – ideal gegen die vielen Moskitos oder bei den täglichen Stromausfällen.


November 2019

Bienenparty in Hindang

Schon seit Anfang an fliegen auf der Fläche unserer Projektpartner*innen in Hindang Bienen fröhlich umher. Es sind jedoch spürbar mehr geworden. Neue Pflanzen, Bäume und Blumen lockten schon viele verschiedene bunte Insekten an. Libellen, Käfer, Fliegen und weitere Bienenarten finden in dem wachsenden Biotop nun ein Zuhause. Die Kooperative hat sich dazu entschieden, mehr über Bienenhaltung und das Imkern zu erfahren. Gerne unterstützen wir sie bei diesem Schritt zu mehr Artenvielfalt und Umweltschutz. Dieser Wunsch konnte in Zusammenarbeit mit der VSU (Visayas   State University) umgesetzt werden. Nun fliegen   "stingless bees" (stachellose Bienen) im Agroforst umher und bestäuben fleißig Fruchtbäume und andere Pflanzen. Diese stachellosen Bienen kommen vor allem in tropischen Regionen vor und sind das ganze Jahr über aktiv. Die einheimische Bienenart hat in den letzten Jahren immer mehr an Lebensraum verloren. Die Menschen beanspruchen weiterhin zunehmend Raum für sich. Die fleißigen Insekten bauen ihre Häuser in nahezu allem, was sie finden können – hohlen Baumstämmen oder alten Termiten-Nestern. Eine Holzbox tut es natürlich auch – hier lassen sich die Tiere viel besser beobachten. Die Gruppe freut sich, die kleinen Waldmitbewohner*innen nun bei sich zu haben. Wir sind gespannt, wann die gelernten Kenntnisse, etwa das Volk zu vermehren und irgendwann zu teilen, angewandt werden können. Vielleicht gibt es schon bald ersten Honig aus Hindang...


Oktober 2019

Weniger Müll - mehr Blumen und Bienen! Umweltbildung in Pulak

In Pulak/Santa Fe, haben Marta (Projektkoordinatorin) und unsere Freiwillige Annika, mit den Kindern Plastikmüll gesammelt und in leere Plastikflaschen gefüllt. Die Müllentsorgung hier ist ein großes Problem – sie existiert nämlich nicht. Die Stadt, die für die Entsorgung verantwortlich ist, lässt den Müll verbrennen, lädt ihn an irgendwelchen Orten ab oder lässt ihn am Straßenrand liegen. Alternativen sind leider keine vorhanden. Hoffentlich ändert sich das bald!

Nachdem die Plastikflaschen mit Müll gefüllt waren, wurde ein Ort für ein Blumenbeet gesucht und die Plastikflaschen als ‚Zaun‘ in die Erde gesetzt. Die Kinder machten sich in den bunten Gärten der Gemeinschaft auf die Suche nach Blumensamen. Marta erklärte, wie die Kinder die Samen einpflanzen konnten, welche Blumen als Stecklinge vermehrt werden und welche von selbstgewachsenen Setzlingen groß genug sind, um umgepflanzt zu werden. Es war ein reger Austausch, über Insekten und vor allem auch Bienen. Warum sie für uns Menschen so wichtig sind und wie sie helfen Obst und Gemüse entstehen zu lassen. Marta und Annika haben zusammen mit den Kindern Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten beobachtet und hoffen, dass bald auch in dem neuen Blumenbeet Bienen umherfliegen.


Oktober 2019

Holzabfälle in San Francisco (Mindanao) für die Herstellung von Pflanzenkohle

Dieses Jahr haben sich in San Francisco auf Mindanao einige Menschen mit Behinderung zu einem mehrtägigen Training getroffen. An den ersten zwei Tagen wurden sie über ihre Rechte in den Gemeinden aufgeklärt. Sie wurden ermutigt ihre Rechte kennen zu lernen, sich zusammenzutun und diese aktiv einzufordern. Des Weiteren ging es um Umweltbildung, Klimaschutz und vor allem um die fruchtbare Erde ‚Terra Preta‘. Die Teilnehmenden erfuhren, dass diese „Wundererde“ durch ihren Kohleanteil viel Wasser, Nährstoffe und Mikroorganismen speichern kann und dass dies ihre Gemüsebeete ertragreicher macht. Pflanzenkohle, ein essentieller Bestandteil der Terra Preta wurde gemeinsam vor Ort hergestellt. Die Tage waren fröhlich und die Teilnehmenden konnten viel Kraft und Energie gewinnen.

Das Training diente auch als Startschuss für die Kooperative SAFRA-ADAP, um eigene Pflanzenkohle herzustellen. Durch die Arbeit in der Schreinerei fallen viele Holzreste an, die bisher auf einem großen Haufen angesammelt wurden. Dieser bisher platzraubende Abfall wird nun zu Pflanzenkohle weiterverarbeitet. Der Kohlenstoff wird in der Kohle langfristig im Boden gespeichert, was zum Klimaschutz beiträgt. Gemischt mit Kompost und anderen Bestandteilen hilft die fruchtbare Erde den Familien ihre Böden zu nähren und eigenes Gemüse anzupflanzen. Wir sind gespannt, wie das Projekt weitergeht. Die ersten Schritte sind getan und das Feuer ist entfacht.


Juli 2019

Die Ziegen bekommen Nachwuchs

Vor einigen Monaten zog ein Bock gemeinsam mit ein paar Ziegen in Hindang ein. Schon jetzt zahlt sich diese Investition aus, denn einige der Ziegen laufen nun mit dicken Bäuchen umher. Die Arbeiter*innen, Armand und Marina, kümmern sich jeden Tag liebevoll um die Tiere. Schon bald werden die kleinen Zicklein auf die Welt kommen, die dann zusätzlich zum Einkommen der Kooperative beitragen werden – Ziegenfleisch kann hier vergleichsweise teuer verkauft werden.


Mai 2019

Obst und Gemüse aus Hindang und

erste Schritte in Pulak

Jede Woche wird auf der Farm in Hindang Gemüse und Obst geerntet. Bohnen, Auberginen, Okra, Bananen, Mango, Tomaten oder Paprika. Viele verschiedene Sorten wachsen hier nebeneinander. Ausgelaugte Böden machen es den Pflanzen jedoch schwer zu wachsen und es muss erst einmal viel Arbeit in die Verbesserung des Bodens gesteckt werden. Kompost, Bokashi, Pflanzenkohle und Mikroorganismen werden eingesetzt. Doch das braucht seine Zeit. Life-Giving Forest unterstützt die Gruppe in diesen ersten Aufbaujahren. Kann sich die Farm durch die Verkäufe selber tragen, ist diese Unterstützung irgendwann nicht mehr nötig. Die Ernte wird an die Mitglieder der Kooperative oder auf dem Markt verkauft. Es wird ganz ohne Pestizide oder synthetischen Dünger gearbeitet. Auch die Gruppe in Pulak lernte diesen Mai erste Techniken der ökologischen Landwirtschaft kennen. Zur Weiterbildung und zum Austausch kommen sie zur Kooperative nach Hindang. Für viele Menschen mit Behinderung aus Hindang eine neue und bestärkende Erfahrung: als kompetente Farmer*innen ihr Wissen weitergeben zu können.


Februar 2019

Baumpflanzungen in Hindang

Diesen Monat besuchten Mitarbeitende der VSU (Visayas State University) für zwei Tage die Kooperative HIPEDAC auf der Projektfläche in Hindang. Im Gepäck: mehrere hundert Baumsetzlinge. Alles einheimische Pionierbaumarten, die auch in freiem Gelände eine Chance haben zu überleben. Die schnellwachsenden Bäume können nach einigen Jahren Schatten für die langsam wachsenden Harthölzer spenden. Es wurde geschwitzt, gebuddelt, gepflanzt und gelacht, denn Bäume pflanzen macht immer auch Freude! Wir sind gespannt auf die Veränderungen in den nächsten Jahren – zu Beginn der Aufforstung ist die Vorstellung eines schattenspendenden Waldes mit Tieren und kühler Luft fast unvorstellbar. Doch aus vorherigen Projekten wissen wir und unsere Partner*innen: es ist möglich! Und es geht schneller, als wir es uns vorstellen können. Die ersten gepflanzten Bäume aus 2018 breiten bereits ihr Blätterdach über unseren Köpfen aus.


Dezember 2018

Terra Preta für Hindangs Böden

Wir freuen uns, dass die Fläche in Hindang trotz der der schwierigen Hanglage nun von den Mitarbeitern der Genossenschaft über einen Weg zugänglich gemacht wurde. Nach und nach können nun mehr Bäume angepflanzt werden. Ziel ist es, dass in ein paar Jahren etwa zwei Drittel der Fläche bewaldet sind und das restliche Drittel landwirtschaftlich genutzt beziehungsweise für touristische Aktivitäten erschlossen ist.

Wichtig ist die Verbesserung des Bodens auf der Farm in Hindang. Einfach nur Nährstoffe zuführen, wie das auch bei uns hier in Deutschland in der intensiven Landwirtschaft gemacht wird, ist nicht nachhaltig und ist mit hohen (Folge-)Kosten verbunden. Was wir brauchen sind „lebendige“ Böden, in denen Mikroorganismen den Pflanzen die Nährstoffe dosiert zur Verfügung stellen. In Hindang sind im letzten Jahr bereits mehrere hundert Quadratmeter Terrassen entstanden, auf denen nun Gemüse angebaut wird. Statt durch Mauern werden diese Terrassen durch Pflanzengürtel gehalten an denen ständig organisches Material abgelegt wird. So entstehen Biotope zwischen den Feldern. Vor ein paar Wochen wurde nun angefangen „Bokashi“ herzustellen. Dabei wird organisches Material fermentiert, damit die Mineralien den Pflanzen wieder als Dünger dienen können. Das allein ist aber immer noch nicht die Lösung, denn beim nächsten Regen kann auch der Bokashi-Saft wieder ausgewaschen werden.

Beim letzten Vereinswochenende besuchte uns Benedikt Zorn vom Fachverband Pflanzenkohle und begeisterte uns mit seinem Vortrag über Terra Preta, eine uralte und in der heutigen Turbo-Landwirtschaft nichtbeachtete Möglichkeit Mikroorganismen in der Erde zu halten. Die Grundlage von Terra Preta ist verkohltes Pflanzenmaterial das in der Erde nur sehr, sehr langsam abgebaut wird und damit zur Stabilität und nachhaltigen Fruchtbarkeit des Bodens beiträgt. Die Planzenkohle wird vor dem Ausbringen mit Bokashi vermischt und so mit Nährstoffen aufgeladen. Durch die Pflanzenkohle werden die Nährstoffe so gut gehalten, dass sie vom Regen nicht ausgewaschen werden.

Elias, der derzeit für LGF als Freiwilliger in Hindang ist, unterstützt die Genossenschaft beim Ausprobieren von Bokashi und Terra Preta. Demnächst wird er mit Genossenschaftsmitgliedern auf der Nachbarinsel Bohol ein Terra Preta Projekt besuchen. Aber auch wir, hier bei LGF in Deutschland sind inspiriert das Gelernte in unseren Hausgärten auzuprobieren.

Mit Marcus, der in Hohenheim Landwirtschaft studiert hat, versuchen wir unter Einbindung der Visayas State Univerity und der Uni Hohenheim weiteres Fachwissen miteinzubeziehen und die Entwicklung zu dokumentieren. Marcus war auch als Freiwilliger Anfang des Jahres für mehrere Monate in Hindang und hat nun ein enges, freundschaftliches Verhältnis mit den Mitgliedern der Genossenschaft.


September 2018

Supertaifun Mangkhut / Ompong 

Im September 2018 zog der Supertaifun Mangkhut, der auf den Philippinen Ompong genannt wird im Norden der Insel Luzon von Ost nach West über das Bergland der Sierra Madre, der Sierra Central und das dazwischenliegende Cagayan Valley. Mit seinem enormen Durchmesser von ca. 900 km erreichte er mit starkem Wind und Regen weite Landesteile.

Die von Life Giving Forest e.V. unterstützten Projekte liegen allesamt im mittleren und südlichen Teil der Philippinen und waren diesesmal außerhalb der Gefahrenzone. Wir hatten den heranziehenden Sturm genau mitverfolgt, denn zur gleichen Zeit kam unser Freiwilliger Elias in Manila an. Wir befüchteten, dass er von möglichen Schließungen des Flughafens oder direkt durch den Sturm betroffen sein könnte, was dann zum Glück nicht der Fall war. Elias ist wohlbehalten in Leyte angekommen wo er die nächsten 6 Monate mit der Genossenschaft in Hindang zusammenarbeiten wird.

Wie ihr wisst, arbeiten wir mit der philippinischen Stiftung FTI (Foundation for These-Abled Inc.-„Stiftung der Fähigen“) zusammen. Diese unterstützt auch FARAD, eine vom Sturm betroffene Genossenschaft von Menschen mit Behinderungen, die eine Schreinerei betreiben.

 

 

 

 

Unsere Projekte sind nicht betroffen, aber helfen Sie der Genossenschaft FARAD!

Von Jerry, dem Manager von FARAD, haben wir Bilder erhalten. Die Werkstätte hat teilweise ihre Dachdeckung verloren und die zur Auslieferung fertigen Schulstühle wurden durch Wind und Regen beschädigt. Der Bau von sturmsicheren Wohnungen auf dem Grundstück von FARAD ist noch nicht abgeschlossen. Drei sind derzeit im Bau, weitere könnten noch gebaut werden wenn die finanziellen Mittel vorhanden wären.
Die Auswirkungen der Stürme lassen sich minimieren, wenn die Gebäude stabil gebaut sind. Dass immer die ärmsten der Armen am meisten und lebensbedrohlich betroffen sind, liegt vor allem daran, dass ihre Unterkünfte keine Sicherheit gegen den starken Wind und den Regen bieten und sie oftmals in gefährlichen Lagen errichtet sind.

Unsere Projektpartner*innen und wir denken ganz besonders an die vom Supertaifun Ompong Betroffenen. Gerne möchten wir den Mitgliedern der Genossenschaft FARAD und ihren Familien in dieser Zeit beistehen und Unterstützung beim Wiederaufbau zukommen lassen. Über eine Spende für die Betroffenen freuen wir uns. Für die Reperaturen am Dach der Werkstatt benötigt die Genossenschaft ca. 2.000 Euro. Wenn weitere Mittel einfließen, werden diese für einen ähnlichen Zweck eingesetzt.

 

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